• Julia Rössel, Else Schlegel

Ars Graphica Deutschland trifft sich im Städel


Das erste Treffen von Ars Graphica Deutschland fand am 4. April im Städel Museum in Frankfurt am Main statt und präsentierte sich als gelungener Auftakt für die Aktivitäten des neu gegründeten Satelliten. Das Städel Museum mit seiner graphischen Sammlung, einer der wichtigsten Deutschlands, war der ideale Ort für diese Zusammenkunft.

Jenny Graser, Volontärin der graphischen Sammlung und Kuratorin der aktuellen Ausstellung “In die Dritte Dimension. Raumkonzepte auf Papier vom Bauhaus bis zur Gegenwart”, führte die Gruppe der Teilnehmerinnen, die aus ganz Deutschland angereist waren, zunächst durch ihre Ausstellung. Über Exponate aus der Sammlung bot sie uns dabei einen spannenden Einblick in die Konzeptualisierungen von Räumlichkeit, meist in abstrakter Form, im Werk verschiedener moderner und zeitgenössischer Künstler.

Die Kuratorin nahm in die Ausstellung ganz bewusst auch Künstler auf, die dem Frankfurter Publikum nicht unbedingt bekannt waren. So tritt dem Besucher gleich zu Beginn der Ausstellungsräume beispielsweise eine Reihe von Werken des Dresdner Künstlers Hermann Glöckner entgegen. Glöckner spürte Konzepten und Wahrnehmungen von Räumlichkeit nicht nur in zwei, sondern auch in drei Dimensionen nach, ein Aspekt seines Schaffens, welcher auch in der Ausstellung in Form einer abstrakten Skulptur beleuchtet wird.

Überhaupt zeigt die Ausstellung neben Werken auf Papier auch Skulpturen und Gemälde aus der städelschen Sammlung, eine mediale Vielfalt, die spannungsreiche Blickachsen schuf und ein tiefgehendes, medienübergreifendes Verständnis der Thematik ermöglichte.

Nach einer kurzen Kaffeepause im Café des Museums, welche den Teilnehmerinnen das Kennenlernen untereinander ermöglichte, gab uns der Leiter der graphischen Sammlung, Dr. Martin Sonnabend, zunächst im großen Studiensaal einige Einblicke in die Geschichte und Beschaffenheit der Sammlung. Da dort derzeit eifrig an der Katalogisierung und der Digitalisierung gearbeitet wird, zogen wir uns für die Ansicht einiger Blätter in den kleinen Studiensaal zurück.

Dort hatten Herr Son

nabend und Frau Graser bereits eine Auswahl zur Präsentation aufgestellt, darunter so spektakuläre Blätter wie Dürers Kupferstich “Der Traum des Doktors” (1528), die berühmte Kreidestudie von vier rechten Händen, gezeichnet von Hendrick Goltzius (ca. 1588-1589), sowie ein virtuoses Porträt des Malers Sébastien Bourdon von Hyacinthe Rigaud, ebenfalls in Kreide auf blauem Papier (ca. 1730-1733). Neben den alten Meistern fehlte aber auch die moderne und zeitgenössische Kunst nicht: Neben der Studie eines Aktes von Edgar Degas um 1888-92, die als ein neuerer Ankauf in der Graphischen Sammlung repräsentativ für das Spätwerk des Künstlers steht und einer Lithographie von Max Beckmann dessen Oeuvre einen Sammlungsschwerpunkt im Museum bildet und der als in Frankfurt tätiger Künstler nicht fehlen durfte, präsentierten uns Herr Dr. Sonnabend und Frau Graser auch verschiedene Blättern des zeitgenössischen Grafikers Ralf Ziervogel (*1975), über welche wir nicht nur interessante Einblicke in die aktuelle Ankaufpraxis der Graphischen Sammlung erhielten, sondern auch wieder der Bogen in die Gegenwart schlugen.

Damit endete ein spannender Nachmittag, der Augenschmaus, interessante Gespräche und neue Bekanntschaften für alle bereit gehalten hatte. Wir freuen uns auf zukünftige Treffen und hoffen auf ein Wiedersehen mit unseren Teilnehmerinnen im Städel.

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